/Gemeinde/Kolitik/Exzerpte/Michael Heinrich: Die Wissenschaft vom Wert III
Beschreibung
Team: Peter/Hendrik
Thema: Wertbegriff bei Heinrich,diagnostizierte Ambivalenzen bei Marx
Quelle: VSA-Verlag 1991 ISBN 3-879975-583-3 (Dissertation 1990 FU Berlin)
Art : exzerpt bzgl wertbegriff und ambivalenz bei Marx
bezug auf den kugelmann brief
Version: 2.lesung letzte bearbeitung:01.04.2000

Dritter Teil

Die Ambivalenz der Grundkategorien der Kritik der politischen Ökonomie


Inhalt:
  1. Die Kritik an der Marxschen Arbeitswerttheorie
    -auseinandersetzung mit buergerl kritik und bestimmen der marxschen position zu ware und arbeit
    -wo liegt der bruch mit dem theoretischen feld der klassik
  2. Abstrakte Arbeit, Wertgegenstaendlichkeit und Wertgroesse - zwischen naturalistischer und gesellschaftlicher Bestimmung
    -bestimmung der abstrakten arbeit und bestimmen der ambivalenzen an diesem begriff
    -die schwierigkeiten aus dieser ambivalenz
    -der knackpunkt in der argumentation
  3. Werformanalyse, Austauschprozess und Geld

[155]
Fünftes Kapitel

Die monetäre Werttheorie

    Thesen Heinrichs:
  1. schaffen eines neuen theoretischen feldes (wiss) von marx (erklaerung im teil I)
  2. trotzdessen verhaftetsein im alten (zb der polit oek)(eckppunkte dieser im teil II) und daraus resultierend die ambivalenz der marxschen begriffe
    Marx sah die klassische oek an folgenden punkten gescheitert:
  1. zus zw W und G nicht begriffen (inhalt und form)
  2. austausch zw kapital und arbeit nicht als aequiv.tausch
  3. kein unterschied zw W und produktionspreis, keine vermittlung des durch arbeitszeit bestimmten W'es mit existenz des durchschnittsprofites
[157]

1. Die Kritik an der Marxschen Arbeitswerttheorie

    buergl kritik an Marx:
  1. tausch als gleichung aufgefasst und so auf ein drittes geschlossen (das beiden gleiche kommensurable)
  2. in einem ausschlussverfahren dieses gleiche in form der eigenschaft 'arbeitsprodukt zu sein' herausbekommen
tausch muesse nicht als gleichung aufgefasst werden (Cutler)
beides wurde in frage gestellt zb 'nuetzlichkeit als solche' ist auch ein drittes (Boehm-Bawerk)
[158]
Heinrich: ist der ausgangspunkt W-W legitim, da von W-G abstrahiert wird, dieses aber fundamental wichtig ist ?

Geld ist zwar empirisch gegeben, muss aber als theoretischer Gegenstand erst noch produziert werden. Der betrachtete Austausch W-W ist das Resultat der Zirkulationsakte W-G und G-w. Das Austauschverhaeltnis W-W ist daher keine Abbildung eines unmittelbaren Tausches zweier Waren, wie haeufig unterstellt wird (..), sondern eine begriffliche Konstruktion, um die allgemeinste Bestimmung der Warenproduktion zu untersuchen: Vermittlung des gesellschaftlichen Stoffwechsels durch Tausch. (#159)

-'tauschwert von' ist eine aequivalenzrelation bei Marx
-dies deshalb, weil nicht zufaellige, sondern als vorherrschende verteilung seiende taeusche angenommen werden, wobei kein gewinn aus tausch enstehen kann
(h>fuer diese aussage muss Heinrich aber die gedankenexperimente von Marx als wahr ansehen)
-die frage nach dem 'Gehalt' der waren, der quotientenmenge der relation, ist die nach der oekonomischen bedeutung
(h>die dialektik form//inhalt in form von W//TW, ein ding was nicht erscheint ist ein unding
hier kommt gleich das dritte und die begruendung seiner bestimmung)

Werden zwei Dinge einander gleichgesetzt und ist diese Gleichsetzung weder zufaellig noch Resultat einer willkuerlichen Entscheidung, so muessen diese beiden Dinge in irgendeiner Hinsicht fleich sein, d.h. es muss eine den beiden Dingen gleichermassen zukommende (oder zugeschriebene) Qualitaet geben, hinsichtlich der sie gleich sind. (#160)

    Marx argumentation 'zu dem dritten'
  1. es kommt keine natuerliche eigenschaft der ware dafuer in frage
  2. nach abstraktion vom GW bleibt nur noch die eigenschaft arbeitsprodukt zu sein
  3. [161] bestimmten des charakters der arbeit, deren produkt die ware ist
-analog zum abstraktionsschritt zu W an den waren vollzieht er ihn zu abstrakten arbeit von den konkreten arbeiten
-dieses sollte nicht als beweis der arbeitswertlehre missverstanden werden
[162]
-fuer Marx ist die ware nicht ein zufaelliger gegenstand der empire, welchen es zu untersuchen gilt, sondern ware als gesellschaftliche Form des Arbeitsproduktes

Das Problem, das sich Marx dann stellt, besteht nicht darin zu 'beweisen', dass Arbeit die Wertsubstanz sei, sondern darin, aus dieser gesellschaftlichen Form des Arbeitsproduktes den spezifisch gesellschaftlichen Charakter der Arbeit, die sich so darstellt, zu rekonstruieren. (#162)

-das warenprod eine besondere histor form der prod ist, bedeutet gerade, dass die arbeit hier einen anderen gesellschaftlichen charakter hat als in nichtwarenprod
-hier wird arbeit privat verausgabt und gesell erst spaeter anerkannt (im erfolgreichen tausch)

Marx betrachtet die Waren also von vorneherein als 'Materiatur gesellschaftlicher Arbeit', und war er bestimmen will, ist nicht in erster Linie das quantitative Austausschverhaeltnis, sondern den spezifischen Charakter der Waren produzierenden Arbeit (#163, dick von mir)

(h>damit 'weicht' er den angriffen von vorneherein aus, da diese beziehung zwischen arbeit und ware Marx zb im Kugelmannbrief als self-evident erscheint, dieses 'dritte' ist von vorneherein der ware implizit )
-Marx sagt es sein tautologie, arbeit als einzige quelle des TW'es zu bezeichnen
-diese staendig wiederkehrenden gegenargumente zeugen vom theoretischen bruch Marx' mit dem buergl denken
[164]
-Marx hat gerade mit dem empirismus gebrochen, das gegebene muss gedanklich nachkonstruiert werden

Indem Marx die sozialen Formen untersucht, unter denen empirische Phaenomene existieren und als einfache 'Gegebenheiten' erscheinen, stellt er sich einem Problem, das von jedem Empirismus gewissermassen per definitionem ausgeblendet wird und das auch die modernen Kritiker von Marx auf grund ihres eigenen Empirismus nicht wahrnehmen koennen. (#164)

2. Abstrakte Arbeit, Wertgegenstaendlichkeit und Wertgroesse - zwischen naturalistischer und gesellschaftlicher Bestimmung

-fuer klassik ist arbeit und tausch ein (zwischen)individueller prozess (muehe und last)
-warenbesitzer wird zu 'dem Menschen' anthropologisiert
-somit ex keine gesell form, das kommensurable ist schon unterstellt, es geht um quantitative betrachtung
[165]
-Marx hingegen untersucht den warenaustausch als spezifisch histor form der gesell arbeit, sieht von der individualitaet ab (die wuensche und wehen, die interessen)

..,er untersucht statt dessen wie die gesellschaftliche Arbeit strukturiert ist, die den Einzelnen gar keine andere Moeglichkeit als den Tausch laesst. (#165)

(h>objektive gesell verh'isse//individuellen wuenschen als dialektischer widerspruch, wichtung als materialistische antwort auf die gesell verh'isse)
-nur weil privat voneinander unabhaengig produziert wird, muss getauscht werden
-so muss ein kohaerenter gesell zus, dieser arbeiten, hergestellt werden

Die Hersetellung dieser Kohaerenz ist zwaar das Resultat des Handelns der Individuen, sie ist aber kein bewusstes Resultat, das den Einzelnen als solches durchsichtig waere. Sie ist aber auch nicht bloss zufaelliges Ergebnis des Zusammenpralls unabhaengiger Aktivitaeten. Fuer den Einzelnen ist dieses Resultat eine vorgefundene Voraussetzung seines Tuns. Fuer ihn scheint diese Voraussetzung in den gegenstaendlichen Eigenschaften von Ware und Geld begruendet zu sein, die genauso naturgegeben sind wie etwa das Gesetz der Schwerkraft. Insofern spricht Marx vom 'Fetischismus', diesem ist aber nicht nur das Alltagsbewusstsein, sondern auch die klassische buergerliche Oekonomie aufgrund ihres Empirismus ausgeliefert. ... Hier wird der Bruch mir dem theoretischen Feld der politischen Oekonomie besonders deutlich.Die oekonomische Phaenomene werden nicht mehr durch den Bezug auf die handelnden Individuen, durch eine bestimmte Anthropologie des homo oekonomikus begruendet. Vielmehr gilt es, aus dem Formgehalt dieser Handlungen die spezifische Gesellschaftlichkeit der Arbeit, die spezifischen Produktionsverhaeltnisse, die den Handlungen der Individuen zugrundeliegen, zu rekonstruieren. Erst dann koennen die Interessen und Motive der oekonomischen Akteure untersucht werden. (#165ff)

(h> wieder das primaere, das verhaftet sein in den (vorgefundenen) gesell verh, warenform//denkform)
-der bezug auf die spezifische gesell form der arbeit macht den kern der marxschen arbeitswertlehre aus
[167]
[zur abstrakten arbeit hin]

-in jeder arbeitsteiligen gesell befriedigt individuelle arbeit gesell beduerfnisse, sie ist teil der gesell gesamtarbeit
(h> heisst ich arbeite nicht nur fuer mich, da ich von meinem teilprodukt alleine nicht leben kann, meine spezialisierung laesst mir nicht genug zeit fuer volle subsistenz, andererseits macht die spezialisierung ohne einen anderen konsumenten meiner produkte ausser mir selbst keinen sinn)
-in der warenprod gesell kommt aber noch hinzu, das die produkte getauscht werden muessen
(h>private besitztitel verhindern direkte aneignung)
-hier muessen die privatarbeiten gleich gesetzt werden, einander gleich gelten
-diese gleichheit ist keine einfache eigenschaft, sondern eine bestimmte gesell beziehung zu allen anderen privatarbeit

Und erst aufgrund dieser nicht naturlichen, sondern spezifisch gesellschaftlichen Gleichheit kann man von abstrakter Arbeit sprechen:
'Die Gleichheit tot coelo verschiedener Arbeiten kann nur in einer Abstraktion von ihrer wirklichen Ungleichheit bestehn, in der Reduktion auf den gemeinsamen Cherakter, den sie als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, abstrakt menschliche Arbeit, besitzen.'(23/87f)
Insofern ist abstrakte Arbeit eine spezifisch gesellschaftliche Bestimmung der Arbeit, die erst durch den Tausch zustande kommt.
(#167)

(h> bzw der tausch selbst ist ja in der privatheit der prod begruendet, dort wird allerdings diese gleichheit als gesell tat vollzogen)
-hier findet man aber auch die ersten ambivalenzen

'Um die den Tauschwerthe der Waaren an der inihnene enthaltenen Arbeitszeit zu messen, miessen die verschiedenen Arbeiten selbst reducirt sein auf unterschiedslose, gleichfoermige, einfache Arbeit, kurz auf Arbeit, die qualitativ dieselbe ist und sich daher nur quantitativ unterscheidet. Diese Reduktion erscheint als eine Abstraktion, aber es ist eine Abstraktion, die in dem gesellschaftlichen Produktionsprocess taeglich vollzogen wird. (...) Diese Abstraktion der allgemein menschlichen Arbeit existirt in der Durchschnittsarbeit, die jedes Durchschnitts-Individuum einer gegebenen Gesellschaft verrichten kann, eine bestimmte produktive Verausgabung von menschlichem Muskel, Nerc, Gehirn usw. Es ist einfache Arbeit wozu jedes Durchschnitts-Individuum einer gegebenen Gesellschaft abgerichtet werden kann...Die einfache Arbeit bildet die bei weitem groesste Masse aller Arbeit der buergerlichen Gesellschaft, wie man sich aus jeder Statistik ueberzeugen kann.'(II.2/110;13/18)
Marx identifiziert hier zwei gaenzlich verschiedenen Abstraktionen miteinander:einerseits die im immer weiter mechanisierten Produktionsprozess stattfindende reale Abstraktion von den besonderen Qualifikationen der Arbeitskraefte, die Ersetzung qualifizierter durch einfache Arbeit und andererseits die begriffliche Abstraktion 'Abstrakte Arbeit', die als solche nirgendwo existiert.
(#168)

'Alle Arbeit ist einerseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im physiologischen Sinn, und in dieser Eigenschaft gleicher menschlicher oder abstrakt menschlicher Arbeit bildet die den Warenwert.'(23/61)
An dieser Stelle scheint es so, als beziehe sich 'abstrakte Arbeit' auf Natureigenschafte von Arbeit, auf ihre allgemeinsten physiologischen Bestimmungen, die zwar immer vorhanden sind, die aber nur in der Warenproduktion als 'wertbildend' relevant werden wuerden. Dass die Abstraktheit der Arbeit keine Natureigenschaft, sondern eine gesellschaftliche Eigenschaft der Arbeit ist, die aus der Gleichheit der Privatarbeiten folgt, die eben nur gleich in Abstraktion von ihrer Verschiedenheit sind, wird innerhalb der beiden ersten Unterabschnitte des eersten Kapitels des Kapital nicht klar.
(#169)

(h>jetzt heisst es auf der hut zu sein und den knackpunkt nicht zu verpassen)
-die physiologische auffassung abstrakter arbeit liesse sich als praezisierung der klassik lesen
-im folgenden bekommt diese auffassung noch andere namen, wie onthologisch/ substanzialistisch/ naturalistisch/ antropologisch
    hier werden also die zwei linien gegenueber gestellt:
  1. menschliche arbeit als physiologische/ ahistorisch
  2. arbeit in bestimmter historischer form

Nicht dass Marx abstrakte Arbeit als Wertsubstanz indentifizierte macht das Uberbleibsel der Klassik aus, sonder dass dies mit einer 'naturalistischen' Tendenz geschieht.
(#170)

[hier liegt der hase im pfeffer]

In der Ambivalenz der Bestimmung abstrakter Arbeit liegt auch die Ursache fuer die in der Literatur haeufig diskutierte Frage, ob abstrakte Arbeit in allen Produktionsweisen existiert habe oder ab sie fuer die Warenproduktion spezifisch sei. Die Antwort auf diese Frage haengt wesentlich davon ab, ab man abstrakte Arbeit physiologisch als Verausgabung von Arbeitskraft schlechthin oder ob man sie als eine bestimmte gesellschaftliche Beziehung der verschiedenen Arbeiten, ihre Gleichsetzung im Tausch, auffasst. In der ersten bedeutung kann man jede Arbeit als sowohl konkrete wie auch abstrakte Arbeit auffassen. Abstrakte Arbeit in der zweiten Bedeutung ist dagegen auf die buergerliche Gesellschaft beschraenkt. (#170)

    beispiel an Rubin
  1. physiologisch gleiche arbeit (antropologisch/biologisch)
  2. gesell gleiche arbeit (in arbeitsteiligen gesell'en)
  3. abstrakte arbeit (2. in einer besonderen form ueber den sachlichen wertcharakter)

[wertsubstanz]

Von der ambivalenten Bestimmung abstrakter Arbeit bleibt auch die Auffassung der Substanz des Warenwerts nicht unberuehrt. Wird abstrakte Arbeit als eine rein gesellschaftliche Bestimmung der Warren produzierenden Arbeit begriffen, so kann die Rede von abstrakter Arbeit als Wertsubstanz nur bedeuten, dass der spezifisch gesellschaftliche Charakter der Arbeit im Wertcharakter der Arbeitsprodukte gegenstaendlich reflektiert wird.
(...)
..,sondern als Substrat, das in der einelnen Ware vorhanden ist. Wertgegenstaendlichkeit waere dann eine Eigenschaft der einzelnen Ware, die ihr durch Verausgabung abstrakter Arbeit (als 'physiologische' Eigenschaft jeder Arbeit), uebertragen worden waere.
(#172)

-also 'Wertgegenstaendlichkeit' ist eine gesell eigenschaft, die als gegenstaendliche erscheint (fetischismus) -diese kommt einem GW nur unter spezifischen gesell verh zu (warenprod)

Isoliert, fuer sich betrachtet ist der Warenkoerper nicht Ware, sondern blosses Produkt. (#173)

(h>dieser satz ist Trenkle besonder uebel aufgestossen und seine kritik zeugt von totaler unkenntnis)

[wertgroesse]

'Durch das Quantum der in ihm enthaltenen 'wertbinldenden Substanz', der Arbeit. Die Quantitaet der Arbeit selbst misst sich in ihrer Zeitdauer'(23/53). (#173)

-entscheiden ist nicht die individuelle, sondern die gesellschaftlich notwendige arbeitszeit
-hier wird die wertgroesse allein von der technologie abhaengig gemacht

Wenn 'gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit' rein technilogisch bestimmt wird, so handelt es sich um eine Bestimmung konkreter Arbeit. Wird also die 'wertbildende Substanz', abstrakte Arbeit, durch gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit gemessen, so wird abstrakte Arbeit an konkreter Arbeit gemessen. Eine solche Auffassung ist zwar mit der Vorstellung von abstrakter Arbeit als physiologische Eigenschaft von Arbeit vertraeglich. (#173ff)

(h>Hier scheint mir eine ganz merkwuerdige verquerung einzusetzen. Der doppelcharakter der arbeit zeigt ja nur zwei aspekte desselben arbeitsprozesse. Konkret ist arbeit immer. Aber dies erscheint als notw differenzierung in der logischen struktur nur hervorhebenswert im gegensatz zum 'astrakten' dieser arbeit also wenn diese arbeit unter ganz spezifischen gesell verh stattfindet. Da ist kein wiederspruch, wo Heinrich ihn sieht. Natuerlich wird die gnAz als (gewichteter) durchschnitt aller auf ein produkt bezogener konkreter arbeiten bestimmt. Somit ist die gnAz messbar. Aber hierin zeigt sich ja gerade das gesell verh, im durchschnitt !)

Wird abstrakte Arbeit aber als ein bestimmtes gesellschaftliches Verhaeltnis der Privatarbeiten zueinander aufgefasst, so ist es unmoeglich die Dauer der Verausgabung der Arbeitskraft (auch wenn auf 'einfache Arbeitskraft' reduziert) umstandslos zum Mass der Menge abstrakter Arbeit zu erklaeren. Abstrakte Arbeit als gesellschaftliches Verhaeltnis kann ueberhaupt nicht 'verausgabt' werden. (#174)

(h>Hier liegt wohl ein missverstaendis vor. Klar, ein gesell verh kann nicht verausgabt werden, wohl aber arbeit in diesem, welche dann zugleich abstrakt als auch konkret ist. Hier geht das eine nicht ohne das andere, hoechstens im kopf des philosophen.
Nun kommt es heraus, entweder etwas ist abstrakt, oder konkret, die einheit des widerspruches, der ja selbst nur widerspiegelung einer realen entinitaet in ihren verschiedenen eigenschaften ist, kann nicht gedacht werden.)

Indem Marx ohne weiters abstrakte Arbeit durch die Dauer konkreter Arbeit misst, geraaet der auf den Boden der klassischen politischen Oekonomie. Diese unterschied abstrakte Arbeit nicht von konkreter, ihr Wertmass Arbeitszeit bezog sich immer auf konkrete Arbeit. (#174)

(h>Aber er hat doch selbst zugegeben, das ein grossteil der arbeiten in der industrialisierung 'einfache arbeit' sind. So koennte man ja quasi direkt durchschnittliche arbeitszeit messen. In der realitaet wird dies uebrigens ja auch gemacht und die arbeitswissenschaftler errechneten aus einzelnen bewegungen und ihrer zeitdauer nebst der schwere derselben betaetigung einen lohn, ganz abstrakt abgesehen vom individuum und konkret bezogen auf eine bestimmte bewegung. Ausserdem kenne ich keine stelle aus dem Kapital, die diesen vorwurf gegen Marx rechtfertigen wuerde.)

Dies aendert allerdings nichts daran, dass der Wert der Ware auch eine quantitative Bestimmung hat und sofern abstrakte Arbeit die Substanz des Warenwertes ist, ist es eine Tautologie, dass die Wertgroesse durch die Quantitaet der Substanz gemessen wird. Die Bestimmung dieser Quantitaet erscheint aber nur dann umstandslos moeglich, wenn jene Substanz als quasi materielles 'Substrat' aufgefassst wird. Diese Substanz ist aber nicht selbst ein Gegenstand, sondern gegenstaendliche Reflexion eines gesellschaftlichen Verhaeltnisses. Genausowenig wie die Wertgegenstaendlichkeit einem einzelnen Arbeitsprodukt zukommt, kann ihm eine Wertgroesse zukommen. Wertgegenstaendlichkeit und Wertgroesse kommt den Arbeitsprodukten nur gemeinsam zu, insofern sie als Waren aufeinander bezogen werden. (#174)

'Arbeitszeit' als Mass der Wertgroesse ist genausowenig unmittelbare Arbeitszeit wie abstrakte Arbeit als Wertsubstanz unmittelbare, d.h. konkrete Arbeit ist. Abstrakte Arbeit kann daher auch nicht einfach duch Arbeitszeit, sondern nur durch 'abstrakte Arbeitszeit' gemessen werden. (#175)

(h> Nun ist es heraus. Aber was kann denn diese abstrakte zeit anderes sein, als der durchschnitt ueber alle entsprechenden konkreten ?)
[175]

3. Werformanalyse, Austauschprozess und Geld

    beispiel Backhaus:
  1. marxistische werttheorie (praemonetaer)
  2. Marxsche werttheorie (monetaer, geldtheorie)
[178]
-der wert macht die wertform notw, da er an der ware nicht erscheint
-wert und wertform existieren nicht unabh von einander
-wergegenstaendlichkeit existiert nur innerhalb des werteverhaeltnisses

'Diese gesellschaftliche Gegenstaendlichkeit besitzen sie auch nur als gesellschaftliche Beziehung.'(II.6/30,Herv. von mir) (#178)

'kann dieser Werth einer Waare auch nur erscheinen in einem Verhaeltnis, worin sie sich zu anderer Waare verhaelt.'(II.6/31) (#179)


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